Am 23. September 2017 feierte die Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e.V. – kurz: IGUMED e.V. – ihr 25-jähriges Bestehen in Wolpertshausen. Anlässlich dieser Veranstaltung hatte die IGUMED e.V. einen für seine Mitglieder zentralen Ort gewählt sowie das spannende Schwerpunktthema ‚Elektromagnetische Felder’ aus baubiologischer und medizinischer Sicht. Im Anschluss fand die alljährliche Mitgliederversammlung statt.

Die IGUMED e.V. wurde 1992 gegründet und die Satzung offiziell am 21.11.1992 verabschiedet. Bereits Mitte der 80er Jahre hatten aufmerksame Ärzte und andere Naturwissenschaftler erkannt, dass anthropogene Einflüsse für eine zunehmende Zahl von Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Chronisch-entzündliche Multisystemerkrankungen und eine nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO in den kommenden Jahren drastische Zunahme der Zahl der Tumorerkrankungen sind eine Folge. 

Seit der Gründung ist die IGUMED e.V. bei umweltmedizinischen Fragestellungen Ansprechpartner für Ärzte, betroffene Menschen und Selbsthilfegruppen. Neben gesellschaftlichen Veränderungen und zunehmenden Fremdstoffbelastungen unserer Umwelt stehen medizinische Aspekte im Fokus unserer Tätigkeit. Dabei wurde die IGUMED e.V. mit dem Ziel gegründet, interdisziplinäres und wissenschaftlich-umweltmedizinisches Denken zu unterstützen und zu fördern. Dies hat dazu beigetragen, dass zahlreiche Mitglieder aus verschiedenen Berufen Zugang zur IGUMED e.V. gefunden haben und daher weist auch der Vorstand der IGUMED e.V. eine interdisziplinäre Zusammensetzung auf. Aktuelle Probleme wie eine zunehmende Luftverschmutzung, Kunststoffe in den Weltmeeren, die zu einer hormonellen Dysregulation bei Tieren führen, die am Anfang der Nahrungskette des Menschen stehen und regional erhöhte radioaktive Expositionen und/oder Schwermetallbelastungen aufgrund industrieller Einträge in die Natur sind nur ein paar Beispiele, mit denen sich die IGUMED e.V. heute und in der Zukunft befasst.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der IGUMED e.V. wurde das Schwerpunktthema „Elektromagnetische Felder’“(EMF) gewählt. Erst vor kurzem, Ende 2016, wurde die EMF Leitlinie zur Diagnostik, Prävention und Therapie EMF-bedingter Beschwerden und Krankheiten von der European Academy for Clinical Environmental Medicine (Europaem e.V.) international publiziert. Es war für die IGUMED daher eine besondere Ehre, dass der geschäftsführende Vorstand der Europaem e.V., Herr Dr. med. Ortwin Zais, aus ärztlicher Sicht einen Vortrag zu diesem Thema in Wolpertshausen hielt. In anschau-licher Art und Weise hat er über grundsätzliche und komplexe biochemische Abläufe im menschlichen Körper und insbesondere über die angeborenen Regulationsmechanismen berichtet. Hierbei wurde deutlich, dass elektromagnetische Felder als Strahlung in verschiedenen Frequenzen eine lautlose, in seiner Dimension unterschätzte Belastung darstellt und Grenzwerte nicht valide sind, wenn mehrere verschiedene und gleichzeitige Einflüsse eine chronische Krankheit unterhalten. Es war für jeden Teilnehmer der Veranstaltung leicht nachvollziehbar, dass die EMF Leitlinie ein sehr nützliches Hilfsmittel darstellt, um die EMF assoziierte Symptomatik diagnostisch einzugrenzen. Bereits vorab hatte der Baubiologe Herr Paul Layher mit simplen Beispielen die Emissionen durch elektrische Energie dargestellt. So kann in sensiblen Bereichen des Wohnumfeldes wie Kinder- und Schlafzimmer selbst bei ausgeschalteten elektrischen und elektronischen Geräten deutlich erhöhte Emissionen gemessen werden. Dass neben elek-

tromagnetischen Feldern, insbesondere durch Zunahme des Mobilfunks und Digitalisierung, auch die Exposition gegenüber Schimmelpilzen starke gesundheitliche Störungen auslösen kann, hat Herr Dr. med. Frank Bartram in seinem Vortrag eindrucksvoll veranschaulicht. Abschließend hat Herr Dr. rer. nat. Eckart Schnakenberg in seinem Beitrag auf die angeborene, individuell unterschiedliche Suszeptibilität hingewiesen, womit erklärt werden kann, warum manche Menschen empfindlicher als andere auf eine Exposition gegenüber Fremdstoffen reagieren, auch bei Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern. Die gesamte Veranstaltung wurde von allen Teilnehmern mit viel Interesse aufgenommen. 

Im Anschluss des offiziellen Teils fand die Mitgliederversammlung statt sowie die Wahl des Vorstandes für die kommenden zwei Jahre. Der gleichberechtigte Vorstand wurde entlastet; das Vorstandsmitglied Frau Antje Hoepner stellte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. Alle weiteren Vorstandsmitglieder wurden für weitere zwei Jahre bestätigt und neu in den Vorstand aufgenommen wurde Baubiologe Herr Paul Layher. Die anwesenden Mitglieder sowie der gesamte Vorstand freuen sich über die Neuaufnahme und blicken einer konstruktiven Zusammenarbeit für die kommenden Aktivitäten entgegen.

Ein Beitrag von Dr. Eckart Schnakenberg