Ein Interview mit Sybille Streiner-Kosch

Gastfamilien für Menschen mit Behinderung. Eine neue Idee der Inklusion?

Ganz im Gegenteil. Im 19. Jahrhundert hat man arbeitsfähige Menschen mit leichter geistiger Behinderung an Handwerksbetriebe und Bauernhöfe vermittelt. Die haben vor Ort gelebt und sind Teil der Hofgemeinschaft oder des Familienbetriebs geworden.

Die Zeiten sind vorbei. Die Idee, Menschen mit Behinderung in eine Familie einzubinden, ist geblieben. Wobei heute natürlich alle Familienformen möglich sind. Auch die Anbindung an Einzelpersonen.

Wer geht in eine Familie?

Volljährige Menschen mit geistiger Behinderung, die einen geringen Hilfebedarf haben und die Geborgenheit und Normalität einer Familie suchen.

Was macht eine Gastfamilie aus?

Die Gastfamilie braucht ein stabiles Wertegerüst und muss es wirklich wollen. Denn man lebt zusammen und wenn beide Seiten sich wohl fühlen manchmal sogar viele Jahre. Wichtig ist, dass die Gastfamilie über genügend Wohnraum verfügt.

Als Gastfamilie bekommt man auch Geld. Die Höhe ist abhängig davon, was alles in dem „Gastfamilienpaket“ enthalten ist: Nur das Wohnen? Oder auch die Verpflegung?

Gibt es Unterstützung für Gastfamilien?

Pädagogische Fachkräfte begleiten und unterstützen die Familie und ihren Gast. Außerdem gibt es eine Probephase in der jeder schauen kann, ob es funktioniert. Und wenn es später nicht mehr klappt, dann ist das so. Dann findet sich eine neue Lösung. Und wie gesagt, die Gastfamilie erhält auch eine finanzielle Unterstützung.

Suchen Sie aktuell Gastfamilien?

Ja! Momentan suchen wir händeringend Gastfamilien für eine Mutter mit Kleinkind, einen geselligen älteren Herrn und einen ruhigen, sehr selbständigen 17jährigen.

Ansprechpartnerin:
Sybille Streiner-Kosch
Betreutes Wohnen in Familien
Evangelische Stiftung Lichtenstern
Telefon 07941-646397-11
sybille.streiner@lichtenstern.de