Schokolade trifft Wein

Neugierig betreten die Gäste das Café Schell in der Gundelsheimer Schlossstraße in Erwartung der legendären Veranstaltung „Schokolade und Wein“, für die sich der Chocolatier und Buchautor Eberhardt Schell weltweit einen Namen gemacht hat. Bevor es losgeht werfen sie einen interessierten Blick auf die verführerischen Schokoladen- und Konditoreierzeugnisse in der Glasvitrine, die allesamt in Handarbeit gefertigt sowie verpackt werden. Nachdem der Hausherr höchstpersönlich seine Gäste mit einem köstlichen Glas Chardonnaysekt brut und einer Char- donnaytrüffel begrüßt, lädt er die Gruppe ein, die cremige Petersilienwurzelsuppe mit einem Stracciatellanockerl zu kosten. Der würzige Geschmack der Suppe wird durch die süße Note des Nockerls verfeinert und die Gäste sind überrascht zu hören, dass nahezu 8% Schokoladenanteil in der Suppe enthalten ist .

Handgefertigte Schokolade aus der Manufaktur

Bevor nun der Gaumen mit den süßen Kreationen aus dem Hause Schell verwöhnt wird, erklärt der Fachmann den Unterschied zwischen industriell gefertigter Schokolade und jener aus der Schell´schen Manufaktur. „Nehmen sie beide Stücke in die Hand und riechen Sie daran. Was fällt Ihnen auf?“, fragt er die Gäste, die sofort die extreme Süße der industriell gefertigten Schokolade erkennen. Beim anschließenden Geschmackstest hinterlässt die konventionell hergestellte Schokolade einen süßen, klumpigen Geschmack im Mund, den man so schnell als als möglich mit Wasser herunterspült. Völlig anders ist das Geschmackserlebnis der handgefertigten Schokolade aus der Manufaktur, die im Gegensatz zu ihrem Vorgänger einen hohen Anteil an geschmackvoller Kakaobutter enthält und auf den Einsatz von künstlichen Geschmacksverstärker gänzlich verzichtet. „Sie erkennen die Qualität bereits bevor Sie die Schokolade in den Mund nehmen. Erstens riecht sie völlig anders und zweitens knackt sie beim Brechen“, weiß der Kenner, dessen Familie bereits in 3. Generation das Konditorenhandwerk betreibt und der darauf hinweist, dass die meisten Schokoladen zu viel Zucker als Füllstoff sowie billige Fette enthalten. Bevor nun das Weinglas gefüllt wird, schenkt der leidenschaftliche Chocolatier eine dunkle, cremige Flüssigkeit ein. „Sicherlich kennen alle von Ihnen Balsamicoessig. Wir haben hier einen Essig aus einem in einem Barriquefass gereifte Prädikatswein, der sich aufgrund seiner 2% igen Säure wunderbar als Apero eignet. Schlürfen Sie diesen und jetzt testen Sie dazu unser Essigschleckerle“, rät der Fachmann, der für das von ihm kreierte Essigschleckerle sowohl ein Patent erhielt als auch einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Initiator der ersten Schell´schen Essigpraline war 1995 der Geschäftsführer der Weingärtnergenossenschaft Gundelsheim-Neckarsulm Erich Steinle, der an den Experten Schell mit dem Wunsch herantrat, für sein „Essigmenu“ eine Süßspeise zu kreieren.

Essigpraline mit außergewöhnlichem Geschmack

Nach anfänglicher Skepsis ließ sich Eberhard Schell aufgrund der hochwertigen Qualität der Essige aus ausgewählten Prädikatsweine überzeugen. „Ich musste diese außergewöhnlichen und hochwertige Essige unbedingt mit den edelsten Schokoladen zusammenbringen!“ Angetrieben von seinem Ehrgeiz sowie seiner Neugier begann nun eine Zeit des Experimentierens sowie Probierens bis er schließlich 5 verschiedene Sorten Essigpralinen entwickelte, von deren außergewöhnlichem Geschmack sich die Gäste an diesem Abend überzeugen konnten. Angespornt von der positiven Resonanz seiner Essigschleckerle setzte sich der erfinderische Gourmet das Ziel, die allererste Barriqueweintrüffel zu kreieren. „Denn Stillstand ist bekanntlich Rückschritt. Ich wollte mehr, deshalb habe ich mir gedacht, was mit Weinessig geht, sollte mit Wein noch viel bessere Ergebnisse liefern können“, erinnert Schell sich, der mit Wein seit früher Kindheit vertraut war, da sein Großvater 6.000-8.000 l Wein pro Jahr kelterte. Bevor nun die verführerische Trüffelpraline an der Reihe ist, wird ein hell-gelber Riesling eingeschenkt, dessen Geschmacks- und Geruchsbild durch das Schwenken des Glases verstärkt wird. Ein feiner Duft nach Zitrusaromen, Ananas, Maracuja sowie grüner Apfel steigt in die Nase. Passend zu den Fruchtaromen des Weines wird eine Milchschokolade aus 38 % Lagenkakao aus Papua Neuguinea gereicht, die als geschmackliche Herausforderung einen Hauch von Fleur di Sol enthält, das besonders schnell auf der Zunge vergeht. „Die Schokolade holt den Wein quasi am Gaumen ab und lässt ihn regelrecht im Mund explodieren. Die Aromen der Früchte und die Frische werden enorm verstärkt und bilden ein perfekte Verbindung“, weiß der Fachmann, der im Laufe des Abends ausgefallene Köstlichkeiten in Verbindung mit ausgewählten Weinen den begeisterten Gästen präsentiert, die es sich nicht nehmen lassen, am Ende der eindrucksvollen Veranstaltung die ein oder andere Schokoladeleckerei aus der Vitrine zu erwerben.

„Schokolino und seine Freunde“

Neben weiteren Seminaren rund um Schokolade wie auch Kurse zur Pralinen- und Schokoladenherstellung, erfahren Kinder von 4 bis 12 Jahren während des Seminars „Schokolino und seine Freunde“ woher die Schokolade kommt, aus was sie hergestellt wird und wie verschieden sie schmecken kann.Infos: Schell Schokoladenmanufaktur    Schlossstraße 31, 74831 Gundelsheim Tel. 06269/350 www.schell-schokoladen.de