Sie sind ganz „wunderbar“, denn sie haben meist eine sehr ausgeprägte Gefühlswelt, sehen die Dinge mit anderen, „weiteren“ Augen, hören oft intensiver und haben ein wunderschönes Lächeln. JA, ich rede nicht nur von Kindern, die an Trisomie 21 leiden, körperlich oder geistig behindert sind, Autismus oder ADHS haben, NEIN, es gibt so viel mehr. Oft werden die Hoch X Themen vergessen, wie z.B. Hochbegabung, Hochsensitivität und Hochsensibilität. All die Hoch X Themen, wie ich sie jetzt mal nenne, haben eines gemeinsam. Sie haben eine veränderte, ausgeprägtere Wahrnehmung, die nicht gleichzusetzen ist mit einer Persönlichkeits- oder psychotischen Störung. Kinder mit Hoch X Themen leiden nicht an einer psychischen Krankheit. Kinder und auch später Erwachsene haben meist von Geburt an eine andere, intensivere Wahrnehmung. Das ist KEINE Störung oder Krankheit, wie sie in früheren Jahren oft bezeichnet wurde.

Hoch X Themen gibt es schon sehr lange

Der erste moderne Intelligenztest der Geschichte wurde 1904 von Alfred Binet (1857-1911) und Theodore Simon (1873-1961) entwickelt. Hochbegabte Kinder unterscheiden sich von anderen Kindern deutlich in der Ausprägung ihrer Intelligenz, ihre intellektuellen Fähigkeiten liegen weit über dem Durchschnitt. Soweit wir heute wissen, unterscheiden sich Hochbegabte als Gruppe jedoch in vielen anderen Merkmalen nicht systematisch von anderen Kindern. Es ist meist der Ratio, der die analytische Denkfähigkeit manchmal um ein Vielfaches größer und weiter erscheinen lässt. Kinder mit einer Hochbegabung machen nicht zwangsläufig alles „richtig“ und schreiben immer nur gute Noten, denn auch unter den Hochbegabten gibt es große Unterschiede. Mehr zu diesem Thema Hochbegabung gibt es unter www.fachportal-hochbegabung.de.

Hochbegabung ist jedoch kein alleiniges Hoch X Thema, dieses führt noch nicht zur Reizüberflutung eines Kindes, sondern es sind meist die Hoch X Themen wie hochsensitiv und hochsensibel. Sie fragen sich nun bestimmt, wo ist da der Unterschied? Nun, dieser ist gar nicht so klein. Während bei hochsensitiven Kindern der 6. und 7. Sinn (Medialität und Intuition) viel ausgeprägter ist als bei nicht hochsensitiven Kinder, spricht man bei den hochsensiblen von einer über die Maßen hinausgehende Ausprägung in den 5 Sinnen (Augen, Ohren, Mund, Hände, Nase). Beide Hochs habe eine um ein vielfaches ausgeprägtere Wahrnehmung in ihrem Bereich. Keine dieser Hoch X Thematiken hat eine Grundlage zu einer psychischen Störung. Wenn eine Persönlichkeitsstörung oder die Merkmale dafür vorliegen, hat das nichts mit einem Hoch X Thema zu tun.

Medikamentengabe

Bevor so offen über Hochsensitivität und Hochsensibilität gesprochen wurde, wurden bei Kindern die Zeichen oder Signale, die ein Kind setzte, oft in der Schulmedizin falsch interpretiert. Leider passiert es immer noch, dass Kindern Medikamente verabreicht werden, dessen Wirkung bei der vorliegenden Symptomatik völlig sinnlos ist. Wenn ein Kind schneller müde ist als andere, manchmal einfach umfällt, sich lieber nur mit sich beschäftigt, Menschenmengen oder helles Licht nicht mag, dann müssen dies keine Indikatoren für eine psychische Störung sein, sondern es können auch Indikatoren für eine Hochsensitivität oder Hochsensibilität sein. Kinder mit Hoch X Thematiken benötigen in der Regel keine psychologische Therapie, sondern ein Umfeld, dass sie SIE sein lässt und ihnen nicht das Gefühl gibt, Außenseiter zu sein. Ich weiß, dass dies in der heutigen Gesellschaft nicht ganz so leicht umzusetzen ist. Jedoch kenne ich viele hochbegabte / hochsensitive / hochsensible Kinder & Erwachsene, die davon erzählen, dass sie sich in der eigenen Familie als Außenseiter fühlen oder gefühlt haben. Eines darf nicht vergessen werden: Kinder mit Hoch X Themen haben eine sehr ausgeprägte Wahrnehmung, wodurch sie jede Gefühlsregung ihres Gegenübers wahrnehmen und je nach Alter des Kindes nicht „richtig“ verarbeiten können. Denn die Kinder müssen erst einmal lernen, selber damit umzugehen. Dies ist ein längerer Prozess, der zu der Entwicklung hinzukommt und oft vergessen wird. Auch müssen Kinder erst einmal verstehen lernen, dass diese Ausprägung nicht bei jedem Menschen vorhanden ist. Kinder mit Hoch X Themen benötigen „Freiraum“, denn das was sie mit ihren Ausprägungen wirklich wahrnehmen, können nur Menschen verstehen, die auch diese Ausprägung haben.

Ich bin selber hochbegabt und hochsensitiv/hochsensibel und kann aus eigener Erfahrung berichten, dass eine Kindheit mit solchen „mitgebrachten Gaben/Fähigkeiten“ nicht immer von Spaß gekrönt ist und es sich aber dennoch lohnt, die zu lieben. Heute kommen in meiner Praxis meine Hoch X Themen so richtig zum Einsatz. Habt Vertrauen in euch und euer Kind, denn es versteht und weiß mehr, als ihr euch vorstellen könnt.

Seit Januar 2018 findet dienstags von 15.00-17.00 Uhr einen „Fragen stellen und Antworten bekommen“ Nachmittag in meiner Praxis „Auf Geht´s ®“ auf dem Schloßgelände Heinsheim für maximal 14 Kinder statt, bei denen ein Hoch X Thema schon diagnostiziert wurde.

Anmeldung unter aufgehtscoaching@t-online.de. Auch „große/erwachsene“ Kinder können sich gerne melden, denn hierzu findet einmal im Monat ebenfalls ein Stammtisch bei mir statt.

Infos: Tel. 07264-9604561 oder aufgehtscoaching@t-online.de