Häufig sind Eltern von kleinen Kindern verunsichert und stellen sich die Frage, ob ihr Kind sich altersentsprechend entwickelt, sei es im motorischen oder kognitiven Bereich, in der Sprach- oder sozial-emotionalen Entwicklung. Wer hier eine unabhängige und kostenfreie Diagnostik sowie Beratung sucht, kann sich jederzeit und ohne Überweisung an die Interdisziplinäre Frühberatungs- und Frühförderstelle Frühe Hilfen gGmbH im Heilbronner Wollhaus wenden. Die Frühförderstelle, die im Jahr 2004 von der Stiftung Lichtenstern mit den Lebenshilfen Eppingen und Heilbronn-Franken gegründet wurde, fördert Kinder vom Säuglingsalter bis zum Schuleintritt aus Stadt- und Landkreis Heilbronn und berät deren Eltern.

„Wird ein Kind beispielsweise als extremes Frühchen geboren oder hat ein Syndrom bzw. eine Behinderung, rät die sozial-medizinische Nachsorge den Eltern mit uns Kontakt aufzunehmen. Es kann aber auch sein, dass Eltern auf uns zukommen, weil sie Fragen zur Entwicklung ihres Kindes haben. Zudem schicken häufig auch Kinderärzte, die während den U-Untersuchungen feststellen, dass die Entwicklung nicht altersgemäß ist, die Eltern mit ihren Kindern zu uns. Als weiteres sind es ErzieherInnen, die aufgrund ihrer Erfahrung Auffälligkeiten bzw. Entwicklungsverzögerungen erkennen und dann eben reagieren“, erklärt die Diplom Psychologin und fachliche Leiterin Kerstin Otterbach, die darauf hinweist, dass die Besonderheit der Frühen Hilfen in der Förderung und Beratung in verschiedenen Bereichen liegt. So reicht das Angebot von der psychologischen Beratung über Heilpädagogik, medizinischen Beratung, Physiotherapie und Ergotherapie bis hin zur Logopädie. „Wie schon der Name „Interdisziplinäre Frühförderung“ sagt, betrachten wir das Kind aus unterschiedlichen Blickwinkeln und erhalten somit ein umfassendes, ganzheitliches Bild. In unseren allwöchentlichen Teamsitzungen tauschen wir uns intensiv über die einzelnen Kinder aus und arbeiten so Hand in Hand. So kann sich beispielsweise die Physiotherapeutin Rat bei der Heilpädagogin einholen, wenn sie noch eine zweite Meinung braucht oder umgekehrt“, so Frau Otterbach weiter, die erklärt, dass alle MitarbeiterInnen der Interdisziplinären Frühförderstelle der Schweigepflicht unterliegen. Nach dem ersten Kontakt, der in der Regel telefonisch zustande kommt, wird im Vorfeld abgeklärt, ob es sich beispielsweise lediglich um ein sprachliche Schwierigkeit handelt, die eine logopädische Praxis therapieren könnte oder (ein kompletter) Förderbedarf in unterschiedlichen Bereichen vorliegen könnte. Ist dies der Fall, bekommen die Eltern einen Fragebogen zugeschickt, den sie ausfüllen und zurückschicken müssen. Je nach Altersbereich des Kindes und den beschriebenen Auffälligkeiten erfolgt die Zuordnung zu den Physiotherapeutinnen, Heilpädagoginnen, Ergotherapeutinnen oder Logopädin. „Kommt es dann zum ersten Termin, sind die Eltern bzw. die Mutter oder der Vater zunächst mit vor Ort, um dem Kind Sicherheit zu geben“ erläutert Frau Otterbach.

Und auch während der gesamten Therapien wird nicht nur der Blick auf das behandelnde Kind gerichtet, sondern auch auf die Familie, mit der immer wieder Gespräche stattfinden. „Wurde ein komplexer Förderbedarf festgestellt und es liegt ein Förder- und Behandlungsplan vor, gibt es die Möglichkeit, regelmäßig begleitend, Gespräche mit mir zu führen über die Situation der Eltern mit ihrem Kind zuhause bzw. auch um Erziehungsfragen zu klären. Zudem können sich die Eltern mit den jeweiligen Therapeuten austauschen und erhalten Tipps, wie sie mit ihrem Kind zuhause gut zurechtkommen“, sagt die Psychologin, die erklärt, dass die Therapeuten der Frühen Hilfen mit großem Erfolg die Marte Meo Methode, vor allem im Zusammenarbeit mit den Eltern, einsetzen. Bei dieser Methode erfahren Eltern mit Hilfe von erstellten Videoaufnahmen, wie genau sie ihr Kind unterstützen, fördern und leiten können. „Marte Meo geht davon aus, dass hinter jedem auffälligen Verhalten eines Kindes eine Entwicklungs-Botschaft steckt, die es zu ergründen gilt. Es signalisiert, dass es alleine nicht weiter weiß und dass es auf Unterstützung angewiesen ist vom Erwachsenen , vom Erzieher und vom Therapeuten, damit es dieses auffällige Verhalten nicht mehr zeigen muss“, erklärt die Diplom Psychologin abschließend. Infos: Frühe Hilfen Heilbronn, Am Wollhaus 1, 74072 Heilbronn Tel. 07131/8 98 75 40 www.fruehe-hilfen.org