Im Gespräch mit Patrick Moloce, Schulbegleiter beim ASB Heilbronn und Student der Psychologie

 

Er arbeitet seit 2016 in der Offenen Behindertenhilfe des ASB Region Heilbronn-Franken als Schulbegleiter.

Herr Moloce, Sie sind Begleiter von Kindern und Jugendlichen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen. Manchmal pendeln Sie zwischen zwei oder drei Schulen an einem Tag und ermöglichen damit Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf den Besuch einer Regelschule. Die Nachfrage nach einem Schulbegeliter wächst, doch nur wenige wissen, was sich hinter der Bezeichnung des Schulbegleiters verbirgt. Wie sind Sie auf den ASB aufmerksam geworden?

Ich bin eigentlich Student und arbeitete nebenher bei einer anderen Hilfsorganisation mit minderjährigen Flüchtlingen. Nachdem dort meine Aufgabe endete, wollte ich wieder mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Als ich mich informierte, fand ich im September 2016 eine freie Stelle beim ASB zum Schulbegleiter.

Wie würden Sie Ihre Aufgabe als Schulbegleiter beschreiben?

Ich bin Betreuer! Die erste Anlaufstelle für das Kind in der Schule. Die betroffenen Kinder haben unterschiedliche Defizite und Besonderheiten, die für Lehrer und Mitschüler nicht immer auf den ersten Blick erkennbar und nachvollziehbar sind. Meine Aufgaben bestehen darin, auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes einzugehen und ihnen eine Hilfe im Schulalltag zu sein. Jedes Kind ist anders. Oft sind es Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsprobleme, innere Unruhe und Unsicherheiten beim sozialen Miteinander, die immer wieder auftreten und aufgefangen werden müssen. Beispielsweise gab es einen Jungen, der nach einer halben Stunde nervös und aggressiv wurde. Ich fand heraus, dass es ihn beruhigte, auf einer Schaukel im Pausenhof zu schaukeln. Nachdem er sich beruhigt hatte, konnte er wieder in den Unterricht. Ich versuche bei den Mitschülern und Lehrern Verständnis zu wecken und Toleranzen aufzubauen. Zum anderen bin ich eine Schnittstelle zwischen Schulen, Lehrern und den Eltern, dadurch habe ich eine beratende und erklärende Funktion.

Sind pädagogische Kenntnisse von Vorteil?

Kenntnisse aus pädagogischen und psychologischen Bereichen sind zwar keine Voraussetzung aber erleichtern die Arbeit.

Wurden Sie beim ASB pädagogisch geschult?

Fortbildungen und Seminare stehen ganz oben beim ASB. In einem Schuljahr absolvierte ich 10 Fortbildungen und Seminare, die mich auf die Tätigkeiten des Schulbegleiters richtig gut vorbereitet haben.

Wie bekommen Sie Studium, Job und Fortbildungen unter einen Hut?

Der ASB ist sehr flexibel! Durch ein super gutes Team konnten Arbeitszeiten und Stundenumfang angepasst werden. Kommunikativ funktionierte alles reibungslos. Verbesserungsvorschläge und Feedback wurden immer ernst genommen und geprüft. In Bezug auf die Fortbildungen gab es kaum Probleme, da sie meistens in den Abendstunden stattfanden.

Würden Sie es nochmal machen und weiterempfehlen? Absolut! Was würden Sie zukünftigen Schulbegleitern raten?

Habt keine Bedenken vor schwierigen Situationen. Baut eine freundschaftliche Beziehung zum Kind auf und behandelt es wie ein „ganz normales Kind“ – auch wenn es anders aussieht, sich anders verhält oder besondere Eigenarten hat. Jeder Tag ist anders und fordert viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Verständnis.