Die Aufwendungen für Kinder mit Behinderung sind regelmäßig höher als für Kinder ohne Behinderung. Dies betrifft etwa Hilfsmittel wie Rollstuhl oder Prothesen, für Medikamente oder Kosten für erhöhten Wäschebedarf u.ä. Deshalb gewährt der Gesetzgeber Eltern mit behinderten Kindern spezielle Steuervorteile.

1. Behinderten-Pauschbetrag

Der Behinderten-Pauschbetrag deckt typische und regelmäßige Kosten ab, die aufgrund der Behinderung entstehen. Die Höhe des Pauschbetrags richtet sich nach dem Grad der Behinderung und beträgt zwischen 310 € und 1.420 €. Nutzt das Kind den Behinderten-Pauschbetrag nicht selbst, können Eltern diesen auf sich übertragen lassen.

2. Pflege-Pauschbetrag

Hat das Kind einen Behindertenausweis mit dem Merkzeichen „H“ oder Pflegegrad 4 oder 5, steht häuslich pflegenden Eltern ein Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro zu.

3. Kosten eines mobilen Pflegedienstes oder einer Pflegekraft

Für die Grundpflege des Kindes, etwa Körperpflege oder Ernährung zu Hause durch einen Pflegedienst oder eine Pflegekraft, kann ein Teil der Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer abgesetzt werden. Bei einer Vollzeitkraft bis zu 20 Prozent der Kosten, höchstens aber 4.000 Euro pro Jahr.

4. Außergewöhnliche Belastung

Kosten für die Zuzahlungen für Medikamente, Unterbringung in einem Kurzzeitpflegeheim oder einem Tagesheim, Krankheitskosten wie Arztkosten, Fahrtkosten, sofern die Krankenkasse diese Leistungen nicht übernimmt, können die Steuerlast als außergewöhnliche Belastung senken, wenn die Kosten höher sind, als die sogenannte zumutbare Belastung. Die Höhe der Steuerbegünstigung ist abhängig von den Jahreseinkünften, dem Familienstand, der Anzahl der Kinder und der Höhe der Ausgaben.

Beispiel

Eheleute Müller haben 3 Kinder, eines davon ist behindert. Der Gesamtbetrag der Einkünfte beträgt 80.000 €. Nach der amtlichen Tabelle liegt die „zumutbare Belastung“ der Müllers bei 1.088,69 €. Alle jährlichen Aufwendung für das behinderte Kind die über 1.088,70 € hinausgehen, können Müllers von der Steuer absetzen.

5. Kindergeld für erwachsenes Kind mit Behinderung

Für erwachsene Kinder mit Behinderung haben Eltern einen Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag, wenn die Behinderung des Kindes vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist und das Kind außerstande ist, sich selbst zu versorgen, weil es keinen Beruf ausüben kann. Die Arbeit in einer Behinderten-Werkstatt ist kein Beruf in diesem Sinne.

Ein Beitrag von Rechtsanwalt/Fachanwalt für Steuerrecht Hans Georg Hofmann Heilbronner Str. 77 74211 Leingarten Kanzlei Siegel-Hofmann&Hofmann, www.siegel-hofmann.de