Dieses  Jahr soll die „Familienherberge Lebensweg“ in Illingen-Schützingen eröffnen. Hier werden jeweils bis zu zwölf „besondere Kinder“ und ihre Familien gleichzeitig einen Ort für eine Auszeit auf Zeit finden. Für die Eltern und Geschwisterkinder stehen schöne Zimmer, ähnlich wie in einem Hotel, zur Verfügung, und die „besonderen Kinder“ werden räumlich getrennt, aber in nächster Nähe in Einzel- oder Doppelzimmern untergebracht und von erfahrenen Fachkräften gepflegt und betreut. Der Familienalltag mit einem chronisch kranken oder schwerstmehrfach behinderten Kind kann selten mit einem „normalen Familienalltag“ ver-glichen werden. Denn häufig sprengt die Erkrankung und die damit verbundene Pflege des besonderen Kindes, einschließlich der aufwendigen Organisation darum herum, den Rahmen des Alltags. Und selten können spontane Aktionen in der Gemeinschaft der gesamten Familie unternommen werden. Aktionen, die Energie und Ausgeglichenheit mit sich bringen. Doch künftig könnte die „Familienherberge Lebensweg“ besonderen Kindern und deren Familien einen neuen Rahmen, zumindest auf Zeit, verschaffen. Die Gäste sollen die Möglichkeit haben, sich gemeinsam als Familie zu erholen, ohne den Kraftakt der Pflege des kranken oder besonderen Kindes stemmen zu müssen.

Was braucht ein besonderes Kind?

Jedes Kind ist unterschiedlich – manches Kind liebt es, Gesellschaft zu haben und sich mit einem anderen Kind ein Zimmer zu teilen. Manche Kinder sind auch nachts so laut oder haben so einen hohen Pflegeaufwand rund um die Uhr, dass eine Unterbringung in einem Einzelzimmer notwendig ist. Die „besonderen“ Kinder werden von Kinderkrankenschwestern und Heilerziehungspflegern gepflegt und betreut. Hierfür werden bereits Fachkräfte akquiriert. Für die Familien werden derzeit Ehrenamtliche, nach dem Celler Modell, geschult, so dass diese Personen bei Betriebsbeginn zur Stelle sein können, um die Gäste feinfühlig und kompetent zu begleiten und ihnen dabei zu helfen, dass ihr Aufenthalt so schön wie möglich und sorgenfrei wird. Auch die Fachkräfte werden für den besonderen Umgang mit den Familien, aber auch für das Miteinander im Betrieb, geschult. Dies findet im Rahmen von Schulungen wie „Respectare“ oder auch „Phytotherapie“ statt. Besondere Kinder benötigen besonderes Handeln. So werden im Dienstplan die pflegerischen Bedürfnisse aufgrund der medizinischen Grunderkrankung berücksichtigt und je nach Bedarf Kinderkrankenschwestern und/oder Heilerziehungspfleger gezielt eingesetzt. Wie alle Kinder benötigen besondere Kinder eine Tagesstruktur, die jedoch flexibel gehandhabt werden muss. Sie möchten sich weiterentwickeln. In einem multisensorischen Raum können durch Einsatz von Multimedia, Geräuschen, Film, Betätigen von Knöpfen diverse Anreize geschaffen werden. Selbst Kinder, die massiv in ihrer körperlichen Beweglichkeit eingeschränkt sind, können hier z.B. durch Augensteuerung Signale geben oder Ereignisse auslösen. Auch durch den Einsatz von Hydrotherapie im Entspannungsbad, Musiktherapie, Ergo- und Physiotherapie wird eine Vielfalt von Möglichkeiten geboten, damit selbst Kinder mit minimaler Ausdrucks- und/oder Bewegungsfähigkeit sich ausdrücken können oder neue Empfindungen fühlen und positive, anregende Erfahrungen machen können. Dies alles in einer Atmosphäre, die von Ruhe, Respekt, Liebe und Zuneigung geprägt ist. Auch der Kuschelraum soll dafür zur Verfügung stehen. Denn vor allem Familien, die durch ihr(e) besondere(s/n) Kind(er) durchaus auch in ihrem Alltag herausgefordert sind, brauchen Zeit um einfach nur beieinander sein zu können und dabei durch Körperkontakt einander Liebe zu geben und zu empfangen. Ab Frühjahr 2018 soll all dies im schönen Schützingen im Enzkreis zur Verfügung stehen.

Infos: familienherberge-lebensweg.de