Eine Schwangerschaft dauert normalerweise 40 Wochen. Alle Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, werden zunächst als sogenannte Frühchen bezeichnet. Viel zu früh sind Kinder, die vor der 29. Woche auf die Welt kommen. Sie wiegen in der Regel weniger als 1000 Gramm. Diese Kinder können nur dank mo- derner medizinischer Versorgung überleben. Für die Eltern beginnen mit der plötzlichen Geburt Wochen und Monate des Bangens, eingetaktet in den Alltag einer komplexen Intensivstation für Früh- und Neugeborene.

Neue Ära für die Früh- und Neugeborenenmedizin in Schwäbisch Hall

Nach umfangreicher Prüfung entspricht das Klinikum in Schwäbisch Hall den hohen Anforderungen eines sogenannten Perinatalzentrums Level 1 und kann bereits kleinste Frühgeborene vor Ort versorgen. Diese Entwicklung ist nicht nur für die Frühgeborenenmedizin in Schwäbisch Hall ein wichtiger Schritt, vielmehr bedeutet dies auch Sicherheit für Eltern und junge Familien, weil eine Intensivstation für Kinder mit Routine für die Versorgung von schwerstkranken Neugeborenen vor Ort ist. Ein Abholdienst durch ein Expertenteam der Neugeborenenmedizin für die Geburtskliniken in Öhringen und Crailsheim stellt dieses Versorgungsangebot am Diakonie-Klinikum auch für andere Kliniken sicher.

Hochentwickelte Geburtshilfe mit Neugeborenen-Intensivstation

Eine Hochentwickelte Geburtshilfe mit Neugeborenen-Intensivstation ist heute Voraussetzung für ein Perinatalzentrum Level 1. An ein solches Zentrum werden hohe Ansprüche gestellt. Das Diak hat diese Herausforderung angenommen und die erforderlichen Strukturen geschaffen. Binnen kürzester Zeit können kleine Frühgeborene mit typischen Problemen des Darms operiert werden. Dafür wurde ein Bereitschaftsdienst der Kinderchirurgischen Klinik des Olgahospitals in Stuttgart eingerichtet, über den ein Kinderchirurg schnellstmöglich ans Diak kommt und operiert.

„Rund-um-die-Uhr Dienst“

Ein Kinderherzspezialist (Kinderkardiologe) und ein Neugeborenenspezialist (Neonatologe) der Kinderklinik stellen an jedem Tag einen „Rund-um-die-Uhr Dienst“ sicher. Ein Kinderneurologe steht an fünf Tagen jeder Woche des Jahres zur Verfügung. Ebenso ein Augenarzt mit der Fähigkeit, Anzeichen einer für Frühgeborene typischen Netzhautkrankheit zu erkennen.

Nachuntersuchung im Sozialpädiatrischen Zentrum

Jedes Frühgeborene wird auch nach seiner Entlassung aus der Klinik, im Alter von 24 Monaten, mit spezifischen Testverfahren von einem geschulten Team im Sozialpäd- iatrischen Zentrum der Klinik für Kinder und Jugendliche nachuntersucht. Schwangere mit besonderen Risiken benötigen eine umfassende Begleitung und medizinische Betreuung. So können Risikoschwangere mit vorzeitiger Wehentätigkeit, Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruckerkrankungen und Mehrlingsschwangerschaften auf der Entbindungsstation betreut werden. Die Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik und die Tatsache, dass bei jeder Risikogeburt ein Kinderarzt anwesend ist, bietet Eltern große Vorteile. Im Notfall befindet sich direkt neben dem Kreißsaal ein Operationssaal, um einen erforderlichen Kaiserschnitt durchführen zu können.

Infos: Prof. Dr. Andreas Rempen Chefarzt Frauenklinik Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall Tel. 0791/753-4605 Prof. Dr. Andreas Holzinger Chefarzt, Klinik für Kinder und Jugendliche Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall Tel. 0791/753-4509