Eltern-Kind-Treffen Sonnenschein

Es ist normal, verschieden zu sein…

Das Leben mit einem kranken oder behinderten Kind stellt Eltern vor zahlreiche Herausforderungen, auf die sie im Vorfeld nicht vorbereitet sind. Nur wenige wissen im ersten Augenblick, an wen sie sich wenden sollen bzw. welche Therapien erforderlich sind oder wie die Betreuungs- und Fördermöglichkeiten aussehen. Die meisten von ihnen fühlen sich überfordert und alleine gelassen, befinden sie sich doch in einer außergewöhnlichen Situation und würden sich einen Austausch mit Gleichgesinnten wünschen.

Die Resonanz war überwältigend

Diesen zu ermöglichen, haben sich zwei junge Mütter zum Ziel gesetzt, daher haben sie den Eltern-Kind- Treff Sonnenschein ins Leben gerufen, der zum ersten Mal am 12. Mai im Mosbacher Zentrum für Kultur und Begegnung Fideljo stattfand. „Die Resonanz war überwältigend“, stellt eine der Initiatorinnen fest, die Mutter von 3-jährigen frühgeborenen Zwillingen mit infantiler Zerebralparese ist. Gemeinsam mit einer Freundin, deren 10-jähriger Sohn unter einem seltenen Gendefekt leidet, hat sie das Treffen ins Leben gerufen, um Eltern einen Gedankenaustausch über aktuelle Probleme zu ermöglichen. „Mit einem gesunden Kind kann ich in eine Krabbelgruppe gehen und mich mit anderen Müttern austauschen, was natürlich mit kranken Kindern bedeutend schwieriger ist“, so die sechsfache Mutter, die gerade den Austausch von Eltern mit behinderten Kindern als absolut notwendig empfindet.

Treffen von Kindern mit Behinderung im Neckar-Odenwaldkreis

Sie weißt auf die Treffen von Erwachsenen mit Behinderung im Neckar-Odenwaldkreis hin und vermisst selbige für Kinder mit Behinderung. „Dabei ist gerade das so wichtig, vor allem, wenn es um Therapiemöglichkeiten bzw. Unterstützungen geht. Es gibt zwar Foren im Internet, aber was bringt mir der Austausch mit einer Mutter im Hamburg, wenn ich einen Therapeuten in meiner Region suche“, stellt sie fest. Kurzerhand wurde von allen Interessierten eine Whatsapp-Gruppe gegründet, die seither von vielen Betroffenen rege zum Austausch genutzt wird. So stellte neulich erst eine Mutter überrascht fest, dass die Zahl der Familien mit einem behinderten Kind in ihrer näheren Umgebung doch viel höher ist als vermutet.

Mut für den Alltag

„Alleine das macht den Betroffenen Mut zu wissen, dass sie nicht alleine sind mit dem belastenden Alltag“, weiß die gelernte Heilerziehungspflegerin, der es nicht nur um den Austausch unter den Eltern geht, sondern darum, dass auch die behinderten Kinder sehen, dass sie nicht die einzigen mit Einschränkungen sind. Das Treffen soll zukünftig einmal im Monat stattfinden, voraussichtlich am Freitagnachmittag im Fideljo in der Johannisdiakonie, zum ungezwungenen Beisammensein, zum Lachen, Spielen, Kaffeetrinken, aber auch zum gegenseitigem Stärken, Trösten und das Gefühl nicht alleine zu sein. Jeder, der sich angesprochen fühlt, ist herzlich mit seinem Kind willkommen.

Infos

Tel. 0151/56650184