Ist das machbar?

Sylvia Bertsch und Jutta Kirner- Schmitt, beide als Schulsozialarbeiterinnen an Grundschulen in Bad Friedrichshall tätig, berichten, wie Partizipation in der Schule möglich ist. Sie beschreiben die von ihnen angewandten Methoden wie Klassenräte, die Versammlung von Klassensprechern und die Schulversammlung. In einer Demokratie gilt Partizipation als Qualitätsmerkmal guter pädagogischer Arbeit. Jedes Kind ist zunächst ein wichtiges Mitglied seiner Klassengemeinschaft, aber auch der gesamten Schulgemeinschaft und als dieses sollte es sich erleben.

„Wir wollen das Gemeinschaftsgefühl stärken, eine Gesprächskultur schaffen und demokratische Strukturen entwickeln“,

so die Schulsozialarbeiterinnen. Die Schüler sollen gefördert werden, Verantwortung für die Gestaltung ihrer Klassen- und Schulsituationen zu übernehmen. Die regelmäßige Durchführung von Klassenräten und die Versammlung der Klassensprecher gibt Kindern Gelegenheit Mitbestimmung im Schulalltag zu praktizieren. In den wöchentlich stattfindenden Klassenräten bestimmen die Schüler selbst die Inhalte.

Hier werden Konflikte zwischen Klassenkameraden angesprochen und nach Lösungen gesucht. Verhaltensweisen des demokratischen Zusammenlebens kann man unserer Ansicht nach nicht früh genug einüben. Sich in andere hineindenken, Kompromisse eingehen und respektvoller Umgang miteinander sind dabei die wichtigsten Ziele. Wir stärken das Selbstvertrauen der Kinder, indem wir ihre Anliegen ernst nehmen.

Die Mitglieder der Klassensprecherversammlungen können aktiv an der Schulentwicklung mitarbeiten, Veränderungen an der Schule mitgestalten und ihre Ideen einbringen. Beispiele hierfür sind: die Auswahl der Pausenspielgeräte, Schulfeste mitgestalten, bestehende Schulregeln diskutieren und weiterzuentwickeln. Alle sechs bis acht Wochen treffen sich die Schüler und Lehrer der gesamten Schule zur Schulversammlung.

Jede Klasse hat die Möglichkeit sich am Programm der Schulversammlung zu beteiligen. Es werden kleine Theaterstücke vorgespielt, Lieder und Gedichte vorgetragen oder Rückmeldungen zu aktuellen Themen gegeben. Sieger von Wettbewerben werden gekürt oder das selbst gestaltete Schulradio oder Schulfernsehen bringt einen Beitrag. Soziale Kompetenzen werden vermittelt, die Eigenverantwortung wird gestärkt, es wird präventiv gegen Aggressivität und Ausgrenzung gewirkt und das Klassen- und Schulklima wird verbessert.

Somit kann auch schon in der Grundschule Demokratie gelebt werden. Denn: Jeder Mensch fühlt sich wohler an Orten, an denen er mitbestimmen und die er mitgestalten kann. Ein Beitrag von Sylvia Bertsch, Schulsozialarbeiterin an den Grundschulen, Hagenbach und Untergriesheim