Mit einer kleinen Schere ausgerüstet stehen die 19 Kinder der Eberbacher Grundschule am Geländer und warten geduldig auf ihren Einsatz. Die 4. Klasse hatte einen von der experimenta ausgelobten Malwettbewerb mit dem Thema „Malt uns die Zukunft“ gewonnen  und darf daher an diesem Tag die Taufpatin Silke Lohmiller, Geschäftsführerin der Dieter Schwarz Stiftung gGmbh, bei der Taufe des ehemaligen Motortankschiffs „Sally“ auf den Namen MS experimenta unterstützen. Mit dabei sind sowohl der Fernseh-moderator der „Sendung mit der Maus“ Ralph Caspers als auch Ober-bürgermeister Harry Mergel und experimenta Geschäftsführer Dr. Wolfgang Hansch. 


Wie wichtig eine Taufe für ein Schiff ist, erklärt Silke Lohmiller den interessiert lauschenden Viertklässlern anhand des Beispiels der Titanic. „Wie sicherlich einige von euch wissen, galt dieses legendäre Schiff als unsinkbar. Dass es trotzdem gesunken ist, lag – so wird vermutet-  an dem fehlenden Taufspruch. Und auch wenn wir nicht auf offenem Meer unterwegs sein werden, so wird unsere MS experimenta nach der Eröffnung ab 2020 in Deutschland und voraussichtlich auch in Europa unterwegs sein, daher wollen wir doch diesem alten Brauch folgen und unser Schiff jetzt taufen und wünschen ihm allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“, so die Geschäftsführerin, die noch schmunzeld erwähnt, dass eine Schiffstaufe ausschließlich von Frauen vorgenommen werden soll, die nicht rothaarig sind und auch keine grüne Kleidung tragen. 

Nach einem dreifachen „hipp hipp hurra“ beginnt das erste Kind mit dem Durchschneiden der roten Schnur, an deren Ende eine mit Konfetti gefüllte Sektflasche hängt. Als alle Schnüre durchtrennt sind, zer-schellt die Flasche unter lautem Beifall am Schiffskörper. Jetzt ist die Neugierde der Kinder nicht mehr zu bremsen und sie stürmen mit ihrer Kapitänsmütze aufs Deck des 105 Meter langen, knallroten Laborschiffs. Denn dort dürfen sie erst mal mit einem Glas Kindersekt auf die gelungene Zeremonie anstoßen, bevor sie sich auf Entdeckertour ins Innere des Schiffes begeben. Kaum haben sie die große Kugelbahn am Fuße der breiten Treppe entdeckt, die selbstverständlich behindertengerecht mit einem Rollstuhlaufzug ausgerüstet ist,  gibt es kein Halten mehr. Mit staunenden Augen werden sämtliche Hebel betätigt, um die unterschiedlichen Kugeln in Bewegung zu setzen. Danach lassen sie begeistert bunte Tücher durch ein Labyrinth aus durchsichtigen Rohren wandern und bunte Federn durch einen Glaszylinder. Bevor es in die einzelnen Labore zum Experimentieren geht, dürfen sich die kleinen Gäste erst einmal stärken. Hierfür wurde extra in einem Laborraum ein Büffet mit unterschiedlichen Hamburgern und Salaten aufgebaut und die Tische gedeckt. „Hier sieht es ja aus wie in einem richtigen Klassenzimmer“, meint erstaunt ein Junge, den plötzlich der Hunger übermannt und der ans Büffet stürmt. „Noch wichtiger als an Land ist auf dem Schiff die Hygiene. Daher müssen alle gründlich die Hände mit einem Desinfektionsmittel säubern“, erfahren die Kinder, die sofort zur Desinfektionsflasche greifen, um danach die unterschiedlichen Burger zu testen.“ Ich probiere jetzt einen vegetarischen“, ruft ein Mädchen begeistert aus.  Kaum ist der Hunger gestillt, gehts ans Experimentieren. 

An einem Tisch werden unter Anleitung Spektralbrillen gebaut, am an    deren träufeln Kinder unterschiedlich eingefärbtes Wasser mit Hilfe einer Pipette in einen Glaszylinder, während andere konzentriert Rotkraut zerkleinern, um den enthaltenen ph-Wert zu bestimmen. Nicht nur die Eberbacher Kinder schwärmen für das schwimmende Science Center, das auf 500 Quadratmetern vielfältige attraktive Angebote für Kindergarten – sowie Schulkinder bietet. „Die Resonanz ist überwältigend und wir sind unter der Woche bis zu den Sommerferien nahezu ausgebucht“, so der Marketingleiter der experimenta Robert Schwan, der darauf hinweist, dass von Freitag bis Sonntag zudem Kindergeburtstage auf der MS experimenta gebucht werden können. Spezielle Aktionstage und Veranstaltungen runden das Angebot auf dem Schiff ab.

Ab Frühjahr 2019 wird das Schiff im Gelände der Bundesgartenschau auf dem Neckar liegen und von April bis Oktober den Besucherinnen und Besuchern dort ein auf die Themen der BUGA abgestimmtes Mitmachangebot bieten. „Ab 2020 geht die MS experimenta dann auf große Fahrt. Sie wird bundesweit in großen Städten vor Anker gehen und dort als schwimmender Botschafter Laborkurse anbieten sowie das vielfältige Angebot der neuen experimenta in Heilbronn bewerben“, blickt die Taufpatin Silke Lohmiller in die Zukunft der MS experimenta.

Infos: MS experimenta, Badstraße 45,  Heilbronn, Tel. 07131/887950