Das Handauflegen findet sich in vielen Traditionen und Kulturen der Welt und ist sehr alt. Vielleicht schon solange es Menschen gibt. Menschen begegnen sich in heilsamen Kontakt, wenn sie einem anderen eine Hand als Anteilnahme auflegen. Mütter berühren ihr Kind oft instinktiv, wenn es Trost braucht. Oder wir berühren uns selber unbewusst an Stellen, die weh tun. Diese Form der Zuwendung ist eine natürliche Fähigkeit, die in uns Menschen angelegt ist. Sie ist uns wie ein Geschenk gegeben. Was nicht bedeutet, dass das, was angelegt ist, auch einfach so zur Entfaltung kommt. Durch die Erfahrungen um diese heilsame Wirkung wurde das Handauflegen in den unterschiedlichen spirituellen Richtungen kultiviert. Und Menschen begeben sich vermehrt auf diesen Weg: suchen sich Unterstützung, in dem sie sich vertrauensvoll an einen Praktizierenden des Handauflegens wenden. Oder lernen, sich selber die Hände aufzu- legen. Eltern legen ihren kranken Kindern die Hände auf. Vereinzelt findet das Handauflegen in unserem Land auch einen Weg in Krankenhäuser, Hospize und andere Einrichtungen.

Die Physiotherapeutin Brigitte Schuck hat eine sehr intensive Art des Handauflegens über die Arbeit von Anne Höfler und die Open-HandsSchule erfahren und in der eigenen Heilarbeit integriert. Sie besitzt eine kontemplative spirituelle Basis und ist an keine religiöse oder kulturelle Form gebunden. Diesem Handauflegen liegt eine me- ditative, achtsame, sich innerlich öffnende Haltung zugrunde. Sie ist keine Technik. Es ist nicht möglich, über theoretische Richtungen dorthin zu gelangen. Diejenigen, die die Hände auflegen, öffnen sich für eine energetische spirituelle Kraft, eine allumfassende Heilkraft. Diese Kraft ist dem Verstand oder der Kognition nicht zugänglich. Jegliches Wollen und Absichtsstreben wird losgelassen. Wichtig ist, der heilenden Kraft einen weiten Raum zu lassen. Die innere Haltung im Handauflegen lässt sich entwickeln und vertiefen in der Ausführung und im Dasein. Und auch im Kontakt und der Erfahrbarkeit von Leitgedanken oder Prinzipien, die die innere persönliche Einstellung ausmachen. Diese sind einerseits stark werte- und ressourcenorientiert und stellen auch ein energetisches Kraftfeld dar. Mit diesen Werten und Energien gilt es in offenem Kontakt zu sein. Sie sind: – Bitte oder Gebet zur Einstimmung – Kanal sein für die Heilkraft und sich dafür öffnen – Vertrauen in die heilende Kraft – Dankbarkeit – Geduld – Loslassen – Respekt Hände können aufgelegt werden um jegliche andere therapeutischen oder medizinischen Methoden zu unterstützen, um die Selbstheilungskräfte zu stärken, um zu einem tiefen, intensiven Kontakt mit sich zu gelangen, Entspannung und Schmerzreduktion zu erfahren und auch zur Selbstfürsorge. Das Handauflegen kann Einfluss nehmen auf körperliche, seelische, mentale und spirituelle Ebenen. Hände können grundsätzlich immer aufgelegt werden, was besonders in der Eigenanwendung Berücksichtigung findet. Im gemeinschaftlichen Kontext zweier Personen, dem Handauflegenden und dem Empfangenden, ist es natürlich besonders schön, wenn auch die Umgebung eine wohltuende Atmosphäre ausstrahlt. Bedingung ist dies allerdings nicht. Denn gerade auch in schwierigem äußerem Rahmen (z.B. nach OP, bei Unfall) kann das Handauflegen intensive Wirkungen haben. Wichtig ist immer, dass das Handauflegen nur im gegenseitigen Einverständnis geschieht.

Infos: Brigitte Schuck, HP/Physiotherapie, Ergotherapeutin, Körper- und Heilarbeit. www.praxen-schuck.de