Kinder und Eltern in der systemischen Familientherapie

Probleme und Schwierigkeiten von Kindern

können am besten im Kontext ihrer Familie verstanden werden. Aus der systemischen Perspektive heraus sind Faktoren wie die soziale Lebenswelt, biologische Gegebenheiten, individuelle Unterschiedlichkeiten und Interaktionsprozesse in der Familie genauso relevant wie die Frage, welche Bedeutung ich bestimmten Prozessen gebe und was in der Geschichte der Familie so alles passiert ist. „Wenn wir mit Kindern und ihren Familien arbeiten, stellen wir uns auf ihre Welt ein, das heißt, wir gehen spielerisch vor und nutzen unter anderem viele kreative Techniken. Ebenso arbeiten wir in flexiblen Settings: In einem ersten Gespräch mit der Familie kann besprochen werden, wer an weiteren Sitzungen teilnehmen soll.

Es können auch einige Gespräche alleine mit den Eltern geführt werden. Ansonsten sind wir in der Regel für alle Konstellationen offen, auch Geschwisterkinder oder andere zum Familiensystem gehörende Personen sind willkommen“, so die systematische Paar- und Familientherapeutin Ute Heddergott, die gemeinsam mit der systemische Paarund Familientherapeutin Kristina Rudolph und Dr. Jorina Talmon-Gros eine Praxis für systemische Einzel-, Paar- und Familientherapie, Supervision & Heilpädagogik betreibt. In der systemischen Familientherapie arbeitet man vorwiegend kurzzeitorientiert, d.h. das eine Therapie in der Regel zwischen 5 und 15 Sitzungen beansprucht. Wenn erhebliche Beeinträchtigungen oder Schwierigkeiten bestehen, können die Beratungen auch längere Zeit benötigen. Mit der Familie werden konkrete Therapieziele vereinbart. Kinder und Eltern partizipieren aktiv an der Therapieplanung.

Es wird versucht, gemeinsam kleine, greifbare Schritte auszuhandeln. Die zentrale Aufgabe besteht oft darin, Kindern und ihren Eltern zu helfen, ihre Problemtrance zu überwinden, problemfreie Bereiche wieder zu entdecken und neue Hoffnung wachsen zu lassen. Kind und Familie werden mithilfe von verschiedenen Techniken zu einem Perspektivwechsel ermuntert, der die Familie wieder an ihre Kompetenzen erinnert und die Familiengeschichte im Umgang mit widrigen Lebensumständen würdigt. Wichtig ist es, dass ein Leben jenseits der Belastungen durch Probleme wieder vorstellbar wird. Veränderungen sind leichter möglich, wenn die Lebensgeschichte des Kindes und der Eltern gewürdigt wird.

„Wir erleben, dass Symptome mehr sind als dysfunktionales Verhalten – sie können oft als Ausdruck eines Beziehungsgeschehens verstanden werden. In der systemischen Therapie versuchen wir zu helfen, den Beziehungskontext Kind/Familie/ soziale Umwelt so zu gestalten, dass Symptome überflüssig werden. In der Familientherapie betrachten wir Probleme als Herausforderung und so versuchen wir die Familie einzuladen, bei der Lösung der Probleme ein Team zu bilden, das zusammenarbeitet und von uns dabei unterstützt wird“,

erklärten die Therapeutinnen weiter. Die therapeutische Haltung ist geprägt von einem optimistischen, lösungs- und ressourcenorientierten Ansatz. Die Position der Therapeuten ist allparteilich, berechtigte Wünsche von Kindern und Jugendlichen werden ebenso unterstützt wie die Anliegen der Eltern. Zusätzlich zur Familientherapie wird in der Gemeinschaftspraxis ein systemisches Elterncoaching angeboten. Ziel dieses Coachings ist es, dass Eltern wieder ein Gefühl von Sicherheit und Orientierung in der Erziehung ihrer Kinder gewinnen. In wertschätzenden und ermutigenden Gesprächen und praktischen Übungen sollen Eltern wieder handlungsfähig werden und neue Sichtweisen erlangen.

Durch das (Wieder)Erlernen einer tragfähigen Beziehung zu den Kindern können Schwierigkeiten im Alltag leichter und gelassener gelöst werden und zu einem liebevollen und achtsamen Umgang beitragen.

Infos:

Ute Heddergott,
Kristina Rudolph,
Dr. Jorina Talmon-Gros Praxis für systemische Einzel-,
Paarund Familientherapie,
Supervision & Heilpädagogik,
Auf dem Klingenberg 3. 74523
Schwäbisch Hall
Tel. 0791/857348