Auch wenn mittlerweile mehr Mädchen als Jungen die Schule mit dem Abitur in der Tasche verlassen und im Anschluss eine akademische Laufbahn einschlagen, so sind Frauen in Führungspositionen sowohl in Wissenschaft, in Wirtschaft und Verwaltung immer noch in der Minderheit. An was liegt das? Spätestens bei der Geburt des ersten Kindes werden Frauen, die einen hoch qualifizierten Abschluss vorweisen können, mit der Frage konfrontiert: Kind oder Karriere? Fällt die Entscheidung für ein Kind oder Kinder, dauert es oft Jahre, bis ein Berufseinstieg wieder möglich ist.

Diesen Einstieg zu erleichtern hat sich die Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken u.a. auf die Fahne geschrieben. Bei der Kontaktstelle Frau und Beruf handelt es sich um ein Förderprogramm des Landes, das zunächst auf 4 bis 5 Jahre angelegt ist. Zum 1. Juli 2016 haben vier neue Mitarbeiterinnen in der Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken die interne Arbeit aufgenommen mit dem erklärten Ziel, Frauen individuell und kostenfrei zu Themen der beruflichen Orientierung, des Wiedereinstiegs, der Weiterentwicklung sowie der Selbstständigkeit zu beraten. Gleichzeitig werden kleine und mittlere Unternehmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zu Themen der Fachkräftesicherung durch Frauenerwerbstätigkeit informiert. Außerdem finden Veranstaltungen zum Thema Frau und Beruf in der Region statt. Projektträger der Kontaktstelle Frau und Beruf ist die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF). „Mit der Kontaktstelle Frau und Beruf erhält die Wirtschaftsregion Heilbronn- Franken neben dem Welcome Center einen weiteren Baustein zur Unterstützung und Mobilisierung des Fachkräfteangebots für die Unternehmen in der Region der Weltmarktführer“, so der WHF-Geschäftsführer Dr. Andreas Schumm.

Offiziell wurde die Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken am 29. September im stilvoll renovierten Spital in Öhringen eröffnet. Bei seiner Begrüßungsrede weist der Hohenloher Landrat Dr. Matthias Neth auf die Wichtigkeit der Kontaktstelle hin. „Auch ich kenne die Situation Vereinbarkeit Beruf und Karriere aus meinem eigenen, privaten Umfeld. Meine Frau ist genau wie ich Jurist, aber wer von uns Teilzeit arbeitet, ist sie!“, so der promovierte Jurist, dem daran gelegen ist, Frauen den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern und mit Frauen den Fachkräftemangel auszugleichen. Auch Staatssekretärin Katrin Schütz freut sich, dass die 12. Kontaktstelle Frau und Beruf, die mit über 20 Millionen Euro gefördert wird, eröffnet wird. „Hiermit wird eine wichtige Lücke geschlossen um stille Reserven zu mobilisieren. Durch unsere heutige Digitalisierung ergeben sich bessere Arbeitsmöglichkeiten für Homeoffice“, freut sich die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg.

In der anschließenden Podiumsdiskussion kommen hoch qualifizierte Frauen aus der Region zu Wort, die darüber berichten, wie ihnen ihr Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Geburt und der Erziehungszeit gelungen ist. Im Anschluss beschreibt die Leiterin der Kontaktstellen Simone Rieß das Tätigkeitsfeld der Kontaktstelle: „Wir beraten Kundinnen bei Fragestellungen rund um den Arbeitsmarkt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Sinne einer Lotsenfunktion. Egal in welchen Schuhen die Frauen stecken, wir machen uns mit ihnen auf den Weg….objektiv, vertraulich und was auch sehr wichtig ist: kostenfrei. Dabei wird inhaltlich ein enger Austausch mit den Agenturen für Arbeit in der Region erfolgen. Diese Abstimmung erfolgt auf kurzem Wege, denn die Kontaktstelle Frau und Beruf wird dezentral aufgestellt sein. Neben zwei Mitarbeiterinnen in Heilbronn wird auch jeweils eine Kollegin permanent in Schwäbisch Hall und in Tauberbischofsheim als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Die Büros und damit auch die Sprechstunden befinden sich jeweils in den Gebäuden der Bundesagentur für Arbeit.“

Ob bei der Bewerbung, der Suche nach einer Aus- oder Weiterbildung, dem beruflichen Wiedereinstieg, der Karriereplanung oder der Existenzgründung – die Kontaktstelle steht Frauen jeden Alters mit Rat und Tat zur Seite. Abschließend stellen sich die geschulten Mitarbeiterinnen der Kontaktstellen vor, die seit Anfang Oktober um eine Mitarbeiterin auf nunmehr fünf Mitarbeiterinnen aufgestockt wurde und die alle eines gemeinsam haben: Alle Mitarbeiterinnen sind hoch qualifiziert und kennen bedingt durch die Geburt und Erziehungszeit ihrer Kinder die Situation von berufstätigen Müttern aus eigener Erfahrung und können somit Hilfe suchenden Frauen bedarfsgerecht und angemessen beraten.

In Heilbronn sind die offenen Sprechzeiten jeweils dienstags von 14.00 bis 17.00 Uhr und donnerstags von 9.00 bis 12.00 Uhr. In Tauberbischofsheim ist die Kontaktstelle dienstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 16.00 Uhr geöffnet. In Schwäbisch Hall ist die Beraterin jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat von 15.00 bis 18.00 Uhr und jeden 2. und 4. Montag im Monat von 9.00 bis 12.oo Uhr persönlich erreichbar.

Infos: www.frauundberuf-hnf.com