Kinder dieser  Welt – Eine große Weltreise

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Viele große und kleine Kinder träumen von einer Weltreise. Davon, fremde Kulturen und Länder zu bereisen, außergewöhnliche Tiere zu sehen, andere Sprachen und ausgefallene Gerichte kennen zulernen. Im Alltag lässt sich dieser Tra
um leider nicht so leicht umsetzen- oder etwa doch? Im Stadtmuseum Neckarsulm könnte das einfacher zu verwirklichen sein als ihr denkt. Die neue Sonderausstellung „Kinder der Welt“ entführt euch in fremde Länder, lässt euch fremdartige Gerüche schnuppern, unterschiedliche Sprachen hören, verschieden Esskulturen kennen lernen und vieles andere mehr. “Wenn die Kinder das Stadtmuseum betreten, stehen sie sozusagen im Reisebüro Stadtmuseum Neckarsulm airlines. Hier bekommt jedes Kind einen Reiseführer sowie einen Reisepass ausgehändigt, der sich im Laufe der unterschiedlichen Stationen mit diversen Stempeln der unterschiedlichen Länder füllt“, erklärt Natalie Scheerle-Walz, Leiterin des Stadtmuseums Neckarsulm. Danach dürfen sich die Kinder entsprechend der landesüblichen Tracht verkleiden. „Wir haben sehr viele Landestrachten aus unterschiedlichen Regionen der Erde erhalten“,  erklärt Museumspädagogin Annette Eichhorn und zeigt indische Saris, mexikanische Trachten, spanische Flamencokleider, orientalische Kleidung und natürlich bayrische Trachten in zwei unterschiedlichen Größen.

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Los geht die Reise

 

Kaum sind die Kinder eingekleidet, geht es mit der Museumspädagogin weiter zum Flugterminal, bei dem Abfluggeräusche und Flugansagen zu hören sind. „Auf meinem iPad wird unsere Reiseroute angekündigt. Mal nehmen wir das Flugzeug, mal den Heißluftballon, steigen in den Bus, sind mit dem Schiff unterwegs und reisen so von Kontinent zu Kontinent.“ In der ersten Station Europa hören die Kinder Sätze in unterschiedlichen Sprachen und versuchen, zu erkennen, aus welchem Land die Sprache stammt. „Jede Station ist als wiederkehrendes Modul gleich aufgebaut: es werden für das Land oder die Region Typisches gezeigt: aus der Tier- und Pflanzenwelt, Sehenswürdigkeiten- in Europa ganz aktuell der Eiffelturm-, aus Sport und Freizeit sowie ein besonderer Schulweg, der in diesem Falle in der Schweiz zu finden ist. Hier müssen oder dürfen die Kinder im Winter in einem Schweizer Dorf über 4 km per Schlitten in die Schule fahren. Unser Anliegen dabei ist es, den Kindern klar zu machen, welche Strecken Kinder beispielsweise auch in Afrika auf sich nehmen müssen, um zur Schule zu kommen. Dahingegen haben es unsere Kinder viel leichter, Bildung zu erlangen“,  erklärt die Museumsleiterin. Dazu werden die Produkte, die in dem jeweiligen Land exportiert sowie importiert werden, gezeigt und erklärt. „Beim Thema Sport darf natürlich bei Frankreich die Tour de France mit dem gelben Trikot nicht fehlen, was die Kinder auch gerne anprobieren dürfen“, ergänzt die Museumspädagogin, die gemeinsam mit Natalie Scheerle-Walz die Ausstellung in Anlehnung an den Bildungsplan Baden-Württembergs konzipiert hat.

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Auf gehts nach Nordamerika

Die nächste Station führt die kleinen Reisenden in die Metropole Nordamerikas. Hier können die Reisenden die Geräusche der Großstadt New Yorks hören und selbst eine Metropole nachbauen. „Ein Footballverein hat uns eine Ausrüstung zur Verfügung gestellt, worüber sich Jungs in erster Linie freuen“, so die Museumspädagogin weiter. Geht es weiter nach Südamerika, darf natürlich der Brasilianische Karneval nicht fehlen sowie frisch geröstete Cafebohnen, Kakaobohnen sowie Baumwolle. „Die Kinder erfahren hier beispielsweise, dass es in Südamerika auch Slums gibt und wie eine Kaffeeplatange aussieht. Es soll das vermittelt werden, was die Kinder von zuhause kennen: wie man ist, wie man lebt, wie man wohnt, wie man spielt und wie der Schulweg aussieht. Danach landet der Flieger in Ozeanien, in Down Under bei den Kiwis, den Bumerangs und den Kängurus, die 9 Meter weit springen können. Einmalig ist in Australien vor allem die Tierwelt: denn einige Tiere sind nur hier auf der abgeschotteten Insel zu finden, zwischen dem Großen Barriereriff, im Outback oder im Schutz des dichten Regenwaldes. Das nächste Ziel führt die Urlauber zum größten Kontinent, in dem 60% aller Menschen leben – nach Asien! Ganz spannend an dieser Station sind die ausgefallenen Gerüche sowie das Essen mit den Stäbchen, das sie natürlich gerne ausprobieren dürfen.

 

„Neben den unterschiedlichen Essgewohnheiten vermitteln wir den Kindern beispielsweise, dass Männer und Frauen in arabischen Ländern getrennt essen, was die meisten nicht wissen“,  erklärt die engagierte Musuemspädagogin. Themenschwerpunkt in Afrika sind die unterschiedlichen Klimazonen, die in Afrika herrschen sowie die hier lebende Naturvölker und die Tier- und Pflanzenwelt. Ergänzt wird die Ausstellung am Ende durch eine Präsentation von UNICEF zu Kinderrechten weltweit. „Uns waren diese Kinderrechte zur Ergänzung ganz wichtig, da beispielsweise das Kinderrecht Nummer 7 – Schutz im Krieg und auf der Flucht- aktueller denn je ist. Und auch das Recht auf elterliche Fürsorge sollte vor allem den Kindern bekannt sein und auch wenn nötig, eingefordert werden. Beim UNICEF-Kinderrecht Nummer 2 – Gesundheit- denkt man automatisch an die Entwicklungsländer, dabei gibt es bei uns zahlreiche Eltern, die mit ihren Kindern nicht zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen. Ziel ist es, dass sowohl bei unseren kleinen und als auch unseren großen Besucher und Besucherinnen die Rechte der Kinder ins Bewusstsein gerufen werden,“ sagt die Museumsleiterin abschließend.

Infos zum  Stadtmuseum Neckarsulm:

Urbanstr. 14, Neckarsulm, Tel. 07132/354642.