Holly, die Hohltaube

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Hallo und Guten Tag!  Ich bin die Holly.


Ich bin überzeugt, dass mich die wenigsten von Euch kennen werden. Okay, ja ich weiß, eine Taube kennt jeder. Aber es gibt verschiedene Taubenarten. Darf ich die Euch mal kurz vorstellen? Also, da wäre als erstes die Straßentaube. Das sind die vielen Stadttauben, die in den Städten immer wieder Probleme machen. Die recht bunte Straßentaube oder Haustaube stammt von der Felsentaube ab, die ist aber bei uns schon längst ausgestorben. Dann gibt es noch die braune Türkentaube. Die kam vor etwa 100 Jahren aus dem Osten zu uns. Eine weitere Taube ist die graue Ringeltaube, die war schon immer bei uns. Früher war diese Taube nur im Wald zu finden. Inzwischen ist die Ringeltaube, das ist die mit dem weißen „Ringel“ am Hals, in den Dörfern und mitten in den Städten zu finden. Ja und dann gibt es noch mich, die Hohltaube. Auch ich habe ein paar interessante Dinge von mir zu berichten.

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Vom Aussehen her betrachtet, hat die Felsentaube und so manche Straßentaube gewisse Ähnlichkeiten mit mir. Deshalb ist es auch für manchen Ornithologen, also Vogelbeobachter, schwer, mich im Gelände von den anderen zu unterscheiden. Aus diesem Grund muss man eben ganz genau hinschauen und auch wissen, worin sich diese ähnlich aussehenden Tauben unterscheiden.

Hast du gewusst, dass ich, so wie die Ringeltaube auch, ein Zugvogel bin? Wir verbringen den Winter am Mittelmeer. Im Herbst kannst du ganze Schwärme von Tauben am Himmel erkennen, die auf dem Weg in den Süden sind. Meistens sind das Schwärme von Ringeltauben. Wir Hohltauben mischen uns zwischen die Ringeltauben und fliegen so gemeinsam in unsere Überwinterungsgebiete. Wer genau hinschaut, kann die kleineren Hohltauben, mit den schnelleren Flügelschlägen erkennen.

Im Februar oder März kommen wir zurück. Wir suchen dann die Wälder mit den großen Rotbuchen. Bei den Buchen suchen wir dann unseren Nistplatz. Was glaubst du, wo wir brüten?

Nein, wir bauen keine Nester auf den Zweigen. Wir sind die einzigen Tauben, die in Höhlen brüten. Leider können wir diese Höhlen nicht selbst in den Stamm zimmern. Wir sind ja keine Spechte.

Bei der Auswahl unserer Höhlen sind wir auf den großen Schwarzspecht angewiesen. In den über 100 jährigen Buchen zimmert der Schwarzspecht seine Höhlen. Die Öffnung erkennt man gut:  Sie ist oval, etwa 20 cm hoch und eine gute Hand breit. Die alten Höhlen des Schwarzspechtes sind ein idealer Nistplatz für uns Hohltauben. Das bedeutet auch, wenn es den Schwarzspecht nicht gäbe, gäbe es auch uns nicht. Aber glaube mir, wir sind nicht die einzigen Nachmieter. Der Rauhfußkauz, verschiedene Fledermäuse, die Hornissen oder der Baummarder haben auch großes Interesse an den alten Schwarzspechthöhlen. Du kannst dir vermutlich gar nicht vorstellen, was da so alles so los ist!Jetzt muss ich dir noch erklären, dass uns die Buchenwälder allein nicht ausreichen würden. Wir würden im Wald auf dem Boden zu wenig Nahrung finden. Dabei ernähren wir uns vegetarisch. Das bedeutet, dass wir nur Grünzeug fressen. Also Früchte, Samen, Keimpflanzen, Beeren und grüne Blätter. Deshalb brauchen wir neben dem Wald auch Ackerflächen. Auch wenn wir auf dem Weg in den Süden unterwegs sind, benötigen wir Äcker, auf denen wir genügend Futter finden.

Wenn du im Frühjahr durch die Wälder streifst, kannst du ein eintöniges dumpfes „oo-ou, oo-ou, oo-ou“ hören. Die Stimme gehört meinem Mann, der anderen Hohltauben Männchen damit erklärt, das das hier ist unser Revier ist. Nachdem wir ein wenig Nistmaterial eingetragen haben, lege ich zwei weiße Eier und brüte diese etwa 16 Tage lang aus. Unseren Nachwuchs füttern wir dann nochmals so lange, bis sie die Höhle verlassen. Übrigens haben wir Tauben bei der Fütterung auch eine Besonderheit. Wir füttern ausschließlich mit Kropfmilch. Nein, das ist keine Trinkschokolade. Es handelt sich um eine breiige, eine milchähnliche Masse, die im Kropf, also im Hals entsteht. Das hat dann Power wie ein Energie-Riegel.

Jetzt habe ich dir eine Menge von mir erzählt. Wie wäre es, wenn du mir auch mal schreiben würdest?
Erzähl mir doch von den Vögeln an deinem Haus. Schreib mir, was du schon mit den Vögeln erlebt hast. Oder berichte mir, warum du Vögel gern hast. Unter allen, die mir schreiben, verlose ich einen Liter Kropfmilch. Nein, lieber nicht. Wie wäre es mit einem Vogelbestimmungsbuch?

Also setz dich doch hin und schreibe mir.
Meine Adresse: hollyhohltaube@web.de oder
Holly Hohltaube, Schomberg, 75050 Gemmingen

Ich grüße dich Holly, die Hohltaube