Freie Schule Diefenbach


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Mit schnellen Schritten eilen die zahlreichen Interessierten durch die kreisförmig angeordneten schlichten Häuser der Freien Schule Diefenbach in Richtung Eurythmiesaal, um sich an diesem Abend ein Bild über die freie Schule, die am Rande der schönen Hügelkette des Strombergs zwischen Maulbronn und Sternenfels liegt, zu machen.

Selbst der weite Anfahrtsweg, den die meisten unter ihnen hatten, schrecken die interessierten Eltern nicht ab, die schließlich auf der Suche nach einer passenden Schule für ihr Kind sind. So mussten an diesem Abend immer mehr Stühle in den Eurythmiesaal gebracht werden, der sich zunehmend füllte. Sowohl Eltern von zukünftigen Schulkindern als auch Eltern, die einen Schulwechsel für ihr Kind anstreben, waren an diesem Abend an die Freie Schule gekommen, die 1984 mit dem Ziel gegründet wurde, die körperliche, seelische und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen und zu fördern.

Die Grundlage für diesen ganzheitlichen pädagogischen Ansatz ist die Pädagogik Rudolf Steiners und die anthroposophische Geisteswissenschaft, die als ein innerer Schulungsweg hilft, das Wesen des werdenden Menschen zu verstehen.
„Uns ist es ein Anliegen, dass wir das Kind wahrnehmen und in seiner individuellen Entwicklung unterstützen, deshalb steht das Kind bei uns im Vordergrund,“ so der Schulleiter der Grund- und Hauptschule Bernhard Scholz, die ursprünglich als Freizeitschule im Jahre 1982 startete. Waren es damals ganze 5 Schüler der Klasse 5 und 6, die im September 1984 den Unterricht aufnahmen, so wächst die Zahl der SchülerInnen, die sowohl vom Heilbronner Raum als auch aus Pforzheim, Vaihingen, Bretten und Oberderdingen kommen. Diese stetig steigende Schülerzahl führte schließlich dazu, dass neue Räumlichkeiten erforderlich wurden, die 1992 in der Burrainstraße am Ortsrand Diefenbachs in Richtung Zaiserweiher unterhalb der Metterhalle gefunden wurden. Im September 1993 war es dann soweit: Das neue Schulhaus konnte eingeweiht werden. Mittlerweile kommen Tag für Tag über 260 SchülerInnen, zum Teil von weit her, um nach den Grundlagen der Waldorfpädagogik unterrichtet zu werden. „Wir betrachten das Kind in seiner Ganzheit. Nicht nur die kognitiven Fähig-keiten sollen gefördert werden, sondern auch die seelisch-geistigen. Ein entscheidendes Prinzip des Waldorflehrplans und somit auch des unsrigen liegt in der Abstimmung der Unterrichtsinhalte und Unterrichtsformen auf die Prozesse kindlichen Lernens und die Stufen menschlicher Entfaltung in Kindheit und Jugend. Der Unterricht ist von Schulbeginn an auf das Ziel innerer menschlicher Freiheit hinorientiert. “ erläutert Bernhard Scholz weiter.

So gehört beispielsweise der Epochenunterricht, der dem Wesen des Kindes entspricht, von Anfang an selbstverständlich zum Schulkonzept. Das bedeutet, dass sich die Kinder und Lehrer über drei Wochen täglich zur gleichen Zeit für zwei Schulstunden mit einem bestimmten Thema befassen. „Wir leben Rhythmen, was dazu führt, dass die Eindrücke leichter aufgenommen, verarbeitet und umgewandelt werden. Der Lernstoff wird besser verdaut, wenn ein Kind in einer epochalen Unterrichtsform die schöpferische Kraft eines ungestörten Arbeitens über einen längeren Zeittraum erfahren darf.“, erklärt Lehrer Uli Schlimm den interessierten Eltern, die immer wieder Fragen haben.“ So will beispielsweise eine Mutter wissen, wie es sich mit der Notengebung verhält. „Bis einschließlich Klasse 6 konnten wir die Zensuren wie an Waldorfschulen abschaffen. Im Zuge der Umwandlung in eine anerkannte Gemeinschaftsschule wird dies auch für die höheren Klassen gelten. Dafür bestehen Zeugnisse aus möglichst detaillierten Charakterisierungen, die die Leistung, den Leistungsfortschritt, die Begabungslage, das Bemühen in den einzelnen Fächern durchsichtig machen. Ergänzt werden diese Zeugnisse durch regelmäßig stattfindende Gespräche mit den Eltern“, beantwortet der engagierte Lehrer die Frage.
Die Waldorfpädagogik versucht bereits von Anfang, alle Sinne der Kinder – den Lebenssinn, den Gleichgewichtssinn, den Bewegungssinn, sowie den Tast- und Fühlsinn anzusprechen und zu fördern. Vor allem im rhythmischen Teil des Unterrichts werden auf unterschiedliche Weise die verschiedenen, wichtigen Sinne durch Sprachübungen, Koordinationsspiele, Singen und kleine Rollenspiele angesprochen. So entsteht beispielsweise durch das Konzept des „bewegten Klassenzimmers“ eine Form des Unterrichts, in welcher noch gezielter und intensiver auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden kann, denn hier gilt: Kinder brauchen bewegte Lehrer und bewegtes Mobiliar! Lässt die Konzentration nach, werden die Bänke umgedreht und zum balancieren genutzt. Durch die Bewegung kommen die Kinder zur Ruhe.

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Getreu dem Motto Rudolf Steiners, dem Begründer der Anthroposophie, „ Kunst ist das Mittel, die Seele zu erschließen.“ wird in der Freien Schule Diefenbach großen Wert auf die Unterrichtsfächer Kunst und Musik gelegt. „Die ästhetische Erziehung und Bildung des Menschen kann kein “Nebenfach” sein, denn in kaum einem anderen Fach kann der Mensch befreit von äußeren Zwängen sich selbst zum Ausdruck bringen und sein kreatives Potential in freier Weise betätigen. So wird die künstlerische Betätigung des jungen Menschen an der Freien Schule in besonderen Maße gefördert und wertgeschätzt!“

Freie Schule Diefenbach,

Burrainstraße 20, Sternenfels, Tel. 07043/ 2804