Wenn ich trommeln kann, ist die Traurigkeit kurz weg“, sagt Timo (10) nach der Musiktherapiestunde. Timo (Name wurde aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert) ist seit zweieinhalb Wochen in stationärer Behandlung. Am Schwäbisch Haller Diak Klinikum werden in der Station „Leuchtturm“  Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren unter anderem mit psychischen Auffälligkeiten wie Depressionen, AD(H)S, Ess- und Zwangsstörungen betreut.

Das Diak Klinikum Schwäbisch Hall nimmt sich, als eine der wenigen im Landkreis, der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen an. Damit wird ein großes Einzugsgebiet mit Fachkompetenz und Expertise im Bereich der Therapie von psychischen Erkrankungen versorgt. Für die Eltern der betroffenen Kinder, aber auch für deren Geschwister, ist eine wohnortnahe Versorgung essentiell für eine gelingende Therapie. Störungen, die in jungen Jahren adäquat und umfassend behandelt werden, treten nach der Adoleszenz seltener erneut auf.

Die Behandlung erfolgt in interdisziplinärer Abstimmung und ist im Ansatz multimodal. Hierzu zählen neben einer kunst- und tiergestützten Therapie auch die Musiktherapie. Kinder mit psychischen Beeinträchtigungen fällt es häufig schwer, sich in der Gruppe oder gegenüber anderen Menschen auszudrücken und ihre Bedürfnisse konkret zu formulieren. In der Musiktherapie können mit Hil-fe verschiedener Instrumente erste Kommunikationsbrücken aufgebaut werden. Dabei achtet die erfahrene Musiktherapeutin darauf, dass nicht nur der Kommunikationspfad, sondern auch das Wohlbefinden der Kinder gestärkt wird. Durch musikalische Ausdrucksweise können tief versteckte und verdrängte Gefühle und Erlebnisse an die „Oberfläche“ geholt werden. Dabei ist nicht nur das eigene Musizieren der jungen Patienten wesentlicher Bestandteil des therapeutischen Komplexes, sondern auch das rezeptive Musizieren, also das Zuhören. Manchmal kommt es aber auch zu spontanen Äußerungen der Kinder oder sie beginnen sogar unvermittelt zu tanzen.  So nimmt Musik bewusst eine Schlüsselrolle ein und kann dabei helfen,  wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Beim Musizieren erfahren die Kin-der Freude an kreativen Prozessen und steigern dadurch ihr Selbstwertgefühl. Positives Erleben in der Gemeinschaft ist gerade für junge Menschen enorm wichtig. Nicht selten werden dabei Talente entdeckt und dann gezielt gefördert.  

Sowohl die Kunst- als auch die Musiktherapie werden von den Krankenkassen nicht refinanziert, deshalb ist das Diak Klinikum dankbar für die engagierte Arbeit des Fördervereins der Klinik für Kinder und Jugendliche.

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