Ergotherapie in der Pädiatrie

Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung therapeutisch begleiten und fördern

„Erzähle es mir – und ich werde es vergessen. Zeige es mir – und ich werde mich erinnern. Lass es mich tun – und ich werde es behalten.“ – Maria Montessori

Kinder und Jugendliche benötigen unseren besonderen Schutz und unsere Fürsorge. Manchmal brauchen sie in ihrer Entwicklung und Reifung besondere Unterstützung, Angebote und beschützende und geschützte Räume zur persönlichen Entwicklung und Entfaltung.

Die therapeutische Arbeit der Ergotherapie

Diese Aussage „Lass es mich tun und ich werde mich erinnern“ ist bezeichnend für die therapeutische Arbeit der Ergotherapie. Aktiv werden, aktiv sein, handeln und ins „Tun“ kommen führt dazu, dass Fähigkeiten im Kind und Jugendlichen aktiviert werden, Kompetenzen aufgebaut werden, die noch nicht im ausreichenden Maß vorhanden sind und darüber eine Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit erlangt wird.

Und diese Entwicklung geschieht ganzheitlich – auf den verschiedenen Ebenen, die es uns als Menschen erst ermöglicht, eine gute Handlungsfähigkeit in unserem Leben zu erlangen. Und so zielen ergotherapeutische Maßnahmen auf den Erwerb und die Verbesserung noch nicht vorhandener oder ausgereifter Fähigkeiten und Fertigkeiten auf physischer (körperlicher), kognitiver (geistig/mentaler) und psychischer (seelischer) Ebene. Werden diese Fähigkeiten aufgebaut und stabilisiert, können die verschiedenen Ebenen sich immer besser vernetzen. Dann ist es möglich, in eine sinnvolle und sinngebende Interaktion zu treten.

Das Kind in sich, seiner Wahrnehmung, seiner Bewegung und Sensomotorik, seiner seelischen Befindlichkeit, seinem Verhalten, seiner Lernfähigkeit und seinem Stand in dieser Welt. Und es findet darüber auch zu einer guten Interaktion zu seinem Umfeld, in dem es sich bewegt. Hilfreich in der Begleitung der Kinder und Jugendlichen ist natürlich auch der vertrauensvolle Kontakt mit den nahen Bezugspersonen. Je jünger die Kinder sind um so mehr ist die Einbeziehung der Eltern oder auch Großeltern sinnvoll. Im jugendlichen Alter wird dann schon eher die Eigenständigkeit von den jungen Klienten gewünscht.

Ergotherapie ist ein gesetzlich anerkanntes Heilmittel

Ergotherapie ist ein gesetzlich anerkanntes Heilmittel, verankert im Heilmittelgesetz und gehört zu den Regelleistungen der Krankenkassen und Unfallversicherungen. Als medizinisches Heilmittel wird es vom Arzt verordnet.

In welchen Bereichen oder mit welchen Themen bietet sich nun eine ergotherapeutische Begleitung an?

Ergotherapeutische Begleitung kann notwendig und sinnvoll sein bei:

  • Entwicklungsverzögerungen und -störungen
  • Motorischen Bewegungsstörungen, Problemen der Grob-,
  • Fein- und Graphomotorik – Sensorischen Integrationsstörungen
  • Teilleistungsstörungen der visuellen oder auditiven Wahrnehmung
  • Störungen der Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung
  • Körperlichen oder mentalen Behin derungen sowie multipler Behinde rung
  • Autismus
  • Konzentrations- und Aufmerksam keitsstörungen
  • Problemen des emotionalen und sozialen Verhaltens
  • Psychosomatischen Erkran kungen und chronischen Schmerzsyndromen
  • Seelische Krisen in belasten den Lebenssituationen
  • Reifungskrisen des Kinderund Jugendlichenalters

Ablauf der ergotherapeutischen Begleitung

Die ergotherapeutische Begleitung findet in der Regel in den Praxisräumen statt. Möglich ist auch eine integrative Therapie in einer Einrichtung, z.B. dem Kindergarten.

Nach dem Kennenlernen und der Aufnahme, der Anamnese, dem Feststellen der Problematiken und der Stärken, werden die Therapieziele definiert um dann Schritt für Schritt sich diesen anzunähern. Um diese zu erreichen, werden unterschiedliche Medien und Methoden eingesetzt.

Medien können vielfältigste Angebote aus dem großen Bereich der Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung sein, gestalterische und kreative Methoden, Regel- und Rollenspiele, Konzentrations- und Verhaltenstraining, Entspannungsverfahren, emotionales Kompetenztraining und ressourcenorientierte Methodik.

Auf was ist zu achten

Wichtig ist in der Begleitung der Kinder und Jugendlichen der spielerische Faktor, da das Kind in seiner Entwicklung über die Bewegung, seine Sinne und das Agieren im Spiel lernt. Unterstützende, fördernde und wertschätzende Haltungen dem Kind und Jugendlichen gegenüber verstärken den Therapieerfolg und machen ihn oft auch erst möglich. Ganz gleich mit welcher Thematik ein Kind oder Jugendlicher in eine ergotherapeutische Begleitung kommt, diese jungen Menschen werden unterstützt und für ihren eigenen Lebensweg gestärkt.

Es wird Hilfestellung gegeben zum Aufbau von Fähigkeiten, damit sie/er ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen kann. Ein Bericht von Brigitte Schuck Ergotherapeutin/Psychotherapeutin – HP, Praxis für Ergotherapie Bad Rappenau, Tel. 07264/890093 www.praxen-schuck.de